Tether-Drucker treibt die Kryptopreise nicht in die Höhe

Neue Untersuchungen deuten darauf hin, dass Tether Treasury entgegen der landläufigen Meinung den Preis von Bitcoin nicht in die Höhe treibt.

Stabile Münzen treiben den Preis von Bitcoin und anderen Kryptowährungen nicht in die Höhe, so eine neue Studie des Centre for Economic Policy Research.

Die Akademiker Richard K. Lyons von der UC Berkeley und Ganesh Viswanath-Natraj von der Warwick Business School untersuchten die Ausgabe von Tether (USDT) und anderen Stablecoins in den letzten drei Jahren, darunter auch während der Preispumpe Ende 2017.

Entgegen der weit verbreiteten Annahme, dass der Bitcoin-Preis mit frisch geprägten Chargen von Tether manipuliert wird, fanden die Forscher nur eine geringe Korrelation zwischen den Preisen und der Ausgabe neuer Stablecoins:

„Unser Fazit: Wir finden keine systematischen Beweise dafür, dass die Ausgabe stabiler Münzen die Preise von Kryptowährungen beeinflusst“.

Gemeinsamkeiten von Bitcoin und Tether

Was geht hier also vor?

Die Forscher untersuchten eine Vielzahl von Handelsdaten und -mustern zwischen Tether und anderen Kryptomärkten und stellten fest, dass Stablecoins ausgegeben und von den Anlegern so verwendet wurden, wie sie gedacht waren: als stabile Wertaufbewahrung und als sicherer Hafen vor Marktvolatilität.

„In Risikoperioden werden sich einige Anleger dafür entscheiden, in einen besseren Wertaufbewahrungsschatz zu tauschen“, stellen die Forscher fest. „Die Neugewichtung des Portfolios in Richtung Tether und andere Stablecoins bietet diese Funktion bei minimalen Vermittlungskosten.

Sie argumentieren, dass die Ausgabe stabiler Münzen eine Reaktion auf die Marktnachfrage ist:

„Unsere Belege unterstützen alternative Ansichten, nämlich, dass die Ausgabe stabiler Münzen endogen auf Abweichungen des Sekundärmarktsatzes vom festgelegten Satz reagiert und stabile Münzen in der digitalen Wirtschaft durchweg eine Safe-Haven-Funktion erfüllen.

Weit verbreiteter Glaube an Marktmanipulation

Tether-Verschwörungstheoretiker weisen seit langem auf eine Studie von John Griffin von der University of Texas und Amin Shams aus dem Bundesstaat Ohio aus dem Jahr 2018 hin, die erklärten, dass der Stierrennen 2017 mit Tether manipuliert worden sei.

Sie stellten fest, dass „Käufe mit Tether zeitlich dem Marktabschwung folgen und zu beträchtlichen Erhöhungen der Bitcoin-Preise führen“. Die umstrittene Behauptung erregte die Aufmerksamkeit sowohl von Kryptogeld-Enthusiasten als auch der Mainstream-Presse.

Die Vorstellung, dass die Ausgabe von Tether einer Bitcoin-Preispumpe vorausgeht, wird nun von einigen als ein optimistisches Zeichen gewertet. Ein Artikel im Bitcoinist von gestern über „Tether-Drucker-Divergenz“ argumentierte beispielsweise, dass die Tatsache, dass der BTC-Preis nach dem Druck einer großen Menge Tether noch steigen wird, auf eine neue Hausse hindeuten könnte.

Klagen wegen Marktmanipulation

Die Forschungsergebnisse der University of Texas wurden gegen Tether und iFinex in Klagen wegen Marktmanipulation verwendet. Diese jüngste Untersuchung lässt Zweifel an diesen Behauptungen aufkommen, die Tether als „unbegründet und ohne rechtliche Grundlage“ bezeichnet hat.